+ Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
1 In jener Zeit ging Jesus an einem Sabbat durch die Kornfelder. Seine Jünger hatten Hunger; sie rissen deshalb Ähren ab und aßen davon.
2 Die Pharisäer sahen es und sagten zu ihm: Sieh her, deine Jünger tun etwas, das am Sabbat verboten ist.
3 Da sagte er zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren -
4 wie er in das Haus Gottes ging und wie sie die heiligen Brote aßen, die weder er noch seine Begleiter, sondern nur die Priester essen durften?
5 Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, dass am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat entweihen, ohne sich schuldig zu machen?
6 Ich sage euch: Hier ist einer, der größer ist als der Tempel.
7Wenn ihr begriffen hättet, was das heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer, dann hättet ihr nicht Unschuldige verurteilt;
8 denn der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.
Die Herrn von Pürching und Sigharting erbauten oberhalb ihres Sitzes die Schlosskapelle zum Hl. Pankratius aus Tuffsteinen im gotischen Stil vor 1440. Dass sie schon vor 1470 stand, beweist eine Inschrift auf einem nicht mehr vorhandenen Presbyteriumfenster, das der Heimatforscher und Messeleser Johann Evangelist Lamprecht (1816 – 1895) 1891 „Das Glaß hat machen lassen der Edlvest Ritter Hannß Pirchinger und Barbara Tobelhaimerin seine Hausfrau in dem 1474jar“ in seinen Aufzeichnungen als noch vorhanden erwähnte. Das Fenster zeigte in Farben die knienden Gestalten der beiden Stifter.
Von ihr sind im Schiff noch drei Joche erhalten. Die einst spitzbogigen Fenster wurden später mit Rundbögen versehen. Die alte Kapelle (6,5m x 11,5m) trug ein achteckiges Türmchen mit zwei Glocken. Die einstige Ausdehnung ließ sich auf dem Kirchenboden ablesen, denn die Kapelle war steingemauert, die späteren Zubauten wurden aber aus Ziegeln ausgeführt. Wahrscheinlich war ein Schlosskaplan angestellt, da später von einem „Capellanhaus“ die Rede war.